Obwohl das SO/ Bangkok mitten im Business-Viertel der Metropole steht, ist es erstaunlich nah an der Natur. Das Innendesign ist eine Ode an die fünf Elemente, während Restaurant und Bar „Iris & Wild Iris“ das Konzept genussvoll vollenden.
Bangkok ist wild, wuselig, widersprüchlich. Denn Thailands Hauptstadt ist sowohl hypermodern als auch in der Zeit stehen geblieben, zutiefst traditionell und doch zukunftsorientiert. In den Straßen riecht es nach Abgasen und Jasminblüten, nach gegrilltem Fleisch und Weihrauch. Es gibt ruhige, grüne Ecken und Märkte, die so farbenfroh und chaotisch sind, dass einem schwindelig wird. Eines ist Bangkok aber garantiert nie: langweilig.

Meine Ankunft in der Millionenmetropole ist wiederum unerwartet entspannt. Die Einreise am Suvarnabhumi Airport (BKK) ist schneller erledigt als gedacht, der Transfer vom Terminal zum Airport Rail Link gut beschildert. Nachdem ich bei meinem letzten Besuch in Bangkok eine Stunde mit dem Taxi im stockenden Verkehr gestanden war, fahre ich diesmal mit dem Zug in die Innenstadt.
SO/ Bangkok: Perfekte Lage an der U-Bahn
Gut 30 Minuten soll die Reise laut meiner Internetrecherche dauern – und 35 Minuten später tauche ich tatsächlich nach einem Umsteigen mitten im Geschäftszentrum von Bangkok an der MRT Lumphini Station auf.
Gekostet hat die Fahrt 62 Thai Bhat (1,50 Euro). Ein Taxi kommt auf gut 600 Bhat (ca 13 Euro), also auch kein Vermögen – den ersten Tag ohne Stau zu beginnen, ist aber der eigentliche Gewinn.

Direkt um die Ecke der MRT Lumphini Station ragt das 30-stöckige SO/ Bangkok in den knallblauen Himmel auf. Wie so oft, ist nicht das eigentliche Gebäude etwas Besonderes – das Hochhaus ist, naja, eben ein moderner Bau mit Glasfensterfassade. Viel spannender sind dafür Innendesign, Komfort – und in diesem Fall, der Ausblick, den es bietet: Der geht direkt auf den grünen Lumphini Park und die modernen Wolkenkratzer der Distrikte Silom und Sathorn, die sich dahinter auftürmen.
Der Lumphini Park ist Teil des Hotel-Charmes
Das spektakuläre Panorama wird im Luxushotel SO/ Bangkok genüsslich zelebriert. Die ebenerdige Lobby ist klein und nur als kurzer Stopp gedacht, bevor man persönlich in die eigentliche Rezeption im neunten Stock begleitet wird.
Hier oben entfaltet sich das Grün des Parks durch die raumhohen Fenster dann wie ein Kunstwerk. Bangkoks schwüle Hitze, die Abgase, der immer laute Geräuschpegel – alles verpufft beim beruhigenden Blick über die Baumwipfel.
Naturnahes Designkonzept im SO/ Bangkok
Die Nähe zum Park ist dabei weit mehr als nur ein glücklicher Standortvorteil. Sie bildet die Grundlage für das gesamte Designkonzept des SO/ Bangkok. Als Hommage an Mutter Natur greift das Hotel die Elemente Wasser, Erde, Holz und Metall auf und übersetzt sie konsequent in Architektur, Materialien und Atmosphäre. Das Element Feuer lodert übrigens an anderer Stelle auf – nicht in den Zimmern, sondern im Restaurant „Red Oven“.

Im siebten Stock bietet es internationale Kost im Marktstil, sprich, ein vielseitges Buffet mit Live-Kochstationen – darunter der charakteristischerote Molteni-Ofen, nach dem das „Red Oven“ benannt ist.
Von thailändischer bis zur italienischen Küche, von Meeresfrüchten bis hin zu Sushi: Man kann hier den ganzen Tag speisen und dank der überdimensionalen Glasfront auch mächtig staunen.
Tipp: Das Frühstücksbuffet von 6.30 bis 10.30 Uhr ist ein prima Einstieg für den Tag, am Abend würde ich stattdessen das höher gelegene Restaurant mit Bar „Iris & Wild Iris“ empfehlen.


Inndendesign von Christian Lacroix
Kein Geringerer als Modedesigner Christian Lacroix war für die Ästhetik des SO/ Bangkok zuständig. Lacroixs eigene Handschrift zeigt sich dabei am deutlichsten in der Club Signature Lounge im 25. Stock.
Dort ist sie sprichwörtlich in Beton eingelassen: Die Unterschrift des Franzosen dominiert die Wand wie ein expressives Wandgemälde. Bei den 237 Zimmern leitete er die kreative Arbeit von fünf thailändischen Designern, die die vier Elemente elegant in individuelle Raumkonzepte übersetzten.
Elemente Wasser, Erde, Holz und Metall für die Zimmer

Jedem Element sind mehrere Etagen zugeordnet – selbst in den Fluren setzt sich das jeweilige Gestaltungskonzept konsequent fort. Metall-Räume sind beispielsweise schlicht gehalten und durch kühle graue Oberflächen geglättet, während bei der Wasser-Optik eine luxuriöse Badewanne die Optik bestimmt.


Das Erd-Design strahlt mit violett-blauen Wänden, Tiermotiven eine anregende Energie aus, die mir persönlich in einer ohnehin aufregenden Stadt wie Bangkok etwas zu wild ist.
Entspanntes Design: Die vom Wald inspirierte Kategorie
Deshalb fand ich bei der Wald-Kategorie am meisten Entspannung: Glänzende Hartholzböden, vertikale Bambus-Elemente und warme Akzente versprühen eine minimalistische japanische Ästhetik, die die Sinne beruhigt.

Dass Holz eines der durchgängigen Elemente im SO/ Bangkok ist, macht schon allein durch die Nähe zum Park Sinn – vor allem versprühen kunstvoll platzierte Baumstämme und vertikale Holzbalken aber auch eine ungewöhnliche und irgendwie geheimnisvolle Atmosphäre.
Entspannung im SO/ Spa…
Am besten zeigt sich das in der Lobby des SO/ Spas, die vom asiatischen Volksglauben rund um den mythischen Himmapan-Wald inspiriert wurde. Als Teil des zweistöckigen Wellnesscenters bietet das Spa ein beeindruckendes Angebot aus Massagen, Facials sowie einem Mix aus traditionellen und modernen Kosmetikbehandlungen.

Eine Etage darunter kann man sich die überschüssige Energie im großen Gym abstrampeln – oder, wie ich, auf einem der Liegestühle am großen Infinity-Pool die Wipfel des üppigen Lumpini Parks zählen. Selbst hier oben wurden Bäume in die Optik der Pool-Eleganz integriert, was bei den meist schweißtreibenden Temperaturen zusätzlichen Schatten spendet.
… und am wunderschönen Infinity Pool
Während der langgezogene Pool am Morgen noch überraschend leer ist, verwandelt sich die Anlage am Nachmittag zu einem quirrligen Hot-Spot: Dankenswerter Weise fehlt dröhnende DJ-Musik. Dafür wimmelt es im Wasser nur so von perfekt hergerichteten Influencern, die im Infinity-Pool in (für den Zuschauer am Poolrand höchst amüsanten) Sessions den perfekten Shot inszenieren.

Der Foto- und Video-Enthusiasmus ist verständlich, besonders am frühen Abend, wenn der Pool langsam in lila Licht strahlt: Das Eintauchen ins warme Wasser zehn Stockwerke über der Metropole ist ein Highlight des SO/ Bangkok, getoppt nur vom neuen Restaurant-Bar-Komplex in noch luftigerer Höhe.
„Iris & Wild Iris“: Restaurant und Bar hoch oben
Seit Anfang des Jahres erstrecken sich im 29. und 30. Stockwerk des Hotels „Iris & Wild Iris“ über drei miteinander verbundene Bereiche – alle mit spektakulärem Ausblick, aber komplett unterschiedlichem Vibe.

Inspiriert von der französischen Riviera schimmert das Restaurant Iris durch sonnendurchflutete Raffinesse: Im Stil eines eleganten Wintergartens sitzt man hier an gemütlichen Bistrotischen zwischen viel Grün, die Stadt bleibt durch die hohen Fenster immer präsent.
„Iris“: Delikat, deftig und immer überraschend
Küchenchef Enrico Pantorno ist Sizilianer, mit Stationen in den Emiraten, Dänemark und Thailand. Sein mediterranes Menü mit Gewichtung auf Süditalien ist wie Urlaub auf dem Teller: Burrata mit Tomate, Linguine al Gamberi mit Knoblauch und Zitronenschale, eine Lasagne aus frischer Spinatpasta. Deftig, aber immer delikat und mit Portionen, die gut zum Teilen sind.



Sonst kein Fan von Pizza oder Arancini, sind mir ausgerechnet diese beiden Gerichte im Food-Gedächtnis hängen geblieben. Die frittierten Reisbällchen mit Ragout waren erstaunlich leicht und die Pizza „Truffle“ mit Trüffelcreme, Steinpilzen sowie frischem Trüffel war die perfekte Grundlage für den anschließenden „Noir Coast“, einem bittersüßen Scotch-Cocktail – der wiederum den Übergang zum Dinner-Highlight legte, dem Wagyu Ribeye Steak.
Im „Wild Iris“ pocht lässiger DJ-Sound
Zum Dessert blieb leider kein Platz, das „Mille-feuille“, mit feinen Lagen aus Filoteig, Orangen-Crème, Pistaziengelato, am Nebentisch sah allerdings beneidenswert gut aus. Wer stattdessen lieber die Kreationen der Bartender auf die Probe stellt, sollte in die nächste SO/ Welt weiterziehen, dem „Iris Terrasse“ oder gleich dem „Wild Iris“.




Während die Terrasse die Riviera-Atmosphäre unter dem Nachthimmel weiter zelebriert, pulsiert die Rooftop Bar durch einen dynamischeren Großstadt-Stil – und lässige DJ-Musik.
Hoch oben auf dem SO/ Bangkok
Kreiert nach der Ästhetik eines weißen Pfaus, windet sich das „Wild Iris“ mit sanften Kurven und einer fotogenen Wendeltreppe immer weiter nach oben. Von hier geht der Blick auf die ovale Bar deren meterhohe, geschuppte Umrandung in ständig neuen, warmen Farben leuchtet, sowie auf die schimmernde Skyline.

Bartender Sam zauberte passend zum Farbambiente mit dem „Violette in Iris“ aus Gin, Cardamom Cordial und Tonic einen erfrischenden Starter. Mit wesentlich rauchigerem Aroma bildete dann der „Amara Rosa“ mit Tequila, Mezcal und Grapefruit einen perfekt balancierten, gediegnenen Abschluss.
Frühes Aufstehen wird in Bangkok belohnt
Der bunte Mix aus Hotelgästen und Einheimischen feiert im „Wild Iris“ gerne weit über Mitternacht hinaus, wer aber die morgendliche Ruhe des Lumpini Parks genießen möchte, sollte rechtzeitig die Reißleine ziehen.

Denn bereits vor sechs Uhr entfaltet sich auf den Wiesen ein entspanntes Bild: Mitglieder von Tai-Chi-Gruppen lassen in langsamen Bewegungen Arme und Beine kreisen, Rentner bewegen sich zu den Klängen ihrer Transistorradios durch routinierte Aerobic-Folgen, Jogger drehen ihre Runden. Noch sind die Temperaturen der Stadt angenehm, bevor sich ab acht Uhr die berühmt-berüchtigte Schwüle über Bangkok legt.
Morgenkaffee (oder-Matcha) bei KAF
Um die Zeit sitze ich bereits mit meinem Matcha Latte der hoteleigenen Kaffee Bar KAF, angerichtet in der hauseigenen Schoko-Waffel, am Pool und plane den Tag. Der Grand Palace und Wat Pho sind eine kurze Metro-Fahrt entfernt. Am besten pünktlich zur Öffnung um 8.30 Uhr besichtigen, wenn das Licht noch tief steht und die Touristenbusse erst anrollen.

Von der MRT-Station Lumpini erreicht man zudem Chinatown in zwei Stationen. Die Yaowarat Road gehört am Abend zu den spannendsten, vielseitgsten Erfahrungen, die die Stadt zu bieten hat.
Neonreklamen über Goldläden, Suppentöpfe über Stichflammen direkt auf dem Gehsteig, Pad See Ew aus Woks – einige der winzigen Garküchen wurden dabei sogar schon mehrfach vom Michelin-Guide erwähnt.

Denn wie beim SO/ Bangkok zählt auch hier nicht der erste äußere Eindruck, sondern das, was dahintersteckt. Hinter unscheinbaren Fassaden verbergen sich oft die größten Überraschungen. Ähnlich eben, wie auf einem unspektakulär wirkenden Hochhaus der Stadt prickelnde Überraschungen im Stil von „Iris & Wild Iris“ warten.
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SO/ Bangkok
Infos, aktuelle Preise und Angebote auf der Website des SO/ Bangkok
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