Weit weg vom Mainstream: „Haus Rosa“, neuester Chalet-Streich in der Steiermark, ist ein mit Feinsinn gestaltetes Refugium der Extraklasse. Dieser Blick! Diese Ruhe! Diese Ästhetik!
Haus Rosa im Gesäuse“, das klingt ein bisschen nach „Rosa-Brille und Gesäusel“, ergo einem wohligen Fiebertraum. Doch von wegen. „Haus Rosa“, benannt nach der Urgroßmutter des jüngst für seine Schluchten-Chalets ausgezeichneten Besitzers Hermann Berger, ist seit 2025 Realität. Ebenso wie die beiden österreichischen Nationalparks Kalkalpen und Gesäuse in unmittelbarer Umgebung.

Auf die blicken Gäste eigentlich von allen Stellen des XXL-Hauses: vom Grillplatz, vom Wohnzimmer, von den beiden Schlafzimmern, von der Sauna und vor allem vom großen, 32 Grad warmen Infinity-Pool.
Der (und insbesondere dessen Stirnseite) avanciert bei unserem mehrtägigen Besuch zum Lieblingsort. Was vor allem an jenem umwerfenden Ausblick liegt, Stichwort abwechslunsgreiche Bergsilhouette samt Sonnenuntergängen. Die spiegelt, offenbar noch ein weiterer Grund für die Hausnamensgebung, sehr oft die gesamte Farbpalette im Rosa-Bereich wider. Wir hatten das farbenfrohe Fern-Seh-Glück jedenfalls gleich mehrfach …

An der Aussicht jedenfalls konnten wir uns kaum satt sehen. Satt essen aber sehr wohl. Wobei die Willkommensjause, die uns bei der Ankunft auf dem Tisch erwartete, locker noch für den nächsten Tag reichte. Was es da nicht alles gab: diverse Käse, Eier, Tomaten, Trauben und vieles mehr. Was uns auch schmeckte: Dass alles so liebevoll angerichtet war.
Und täglich grüßt der Frühstückskorb
Das galt auch für den mit frischem Brot und Gebäck, Obst, Gemüse, Joghurt, Wurst und Käse gefüllten Korb, der jeden Morgen unten stand. Unten? Das muss erklärt werden. Denn neben dem Erdgeschoss und dem spitzdachigen ersten Stock gibt es noch das Untergeschoss. Dort befindet sich eine überdimensionale Garage, in der mindestens vier Autos zugleich parken können. Und das bei einer erlaubten Maximalbelegung von vier Erwachsenen. Aber nun gut.


Von dieser Garage führt jedenfalls ein langer (hellrosa gestrichener) Gang zum Aufzug. Und diesen Weg nimmt man nicht nur bei der Ankunft, wenn man das bewusst versteckte Anwesen gefunden, das elektrische Geländetor via Vorab-Code geöffnet und das Gefährt abgestellt hat, sondern auch jeden Morgen.

Du magst unsere Reiseberichte? Dann sag‘ doch Google, dass es ab sofort immer erstmal auf trpstr.de suchen soll.
Einfach hier klicken.
Eben beim Abholen des in der Garage deponierten Esskorbes. Personenkontakt? Fehlanzeige. Den gibt es ohnehin nur nach Verabredung oder wenn jemand mal die süßen Alpakas nebenan füttert.

Privatsphäre wird eben extragroß geschrieben. Also: keine Rezeption, kein täglicher Zimmerservice, kein Überraschungs-Concierge. Wir sind wirklich ganz für uns allein. Zudem sehen wir so gut wie keine Nachbarn (dazu müssten wir uns schon arg recken) und werden auch nicht gesehen.
Haus Rosa? Haus Unkompliziert!
Kurz: Gegen freizügiges Sonnenbaden spricht ebenso wenig wie ungeniertes Relaxen im Schlabberlook und kräftiges Gitarrespielen. Ein idealer Ort also, um die Seele baumeln, besser noch: schaukeln zu lassen. Zwei Terrassenschaukeln laden genau dazu ein …

Indessen gibt es nicht nur draußen mit der Terrasse samt Liegestühlen sowie dem Grillplatz und der Wiese viel Platz. Auch im Inneren, konkret sind es 350 Quadratmeter. Hier befinden sich unter anderem eine Sauna, ein Dampfbad sowie ein Ruheraum mit breiten Holzliegen und geschwungener Lehne, die sich formschön zu einer Decke wölbt. In diesem Hausflügel, dem wirklich gelungenen Wellnessbereich, ist neben Dusche und WC zudem eine gemütliche Sitzecke mit Fernseher untergebracht.
Ein Raum, viele Unterräume
Richtig groß gestaltet sich dann das Wohnzimmer, in dem eine etwas abgesenkte XL-Sofalandschaft mit offenem Kamin, eine Leseecke mit viel Tageslicht und einem kleinen, rosa Baum (!), eine voll ausgestattete Küche samt Kücheninsel und Weinkühlschrank und ein Essbereich für sechs Personen ineinander übergehen.




Insgesamt sorgen Eichenholz, Sichtbeton, einladende Sitzmöglichkeiten mit schönen Stoffen, sensibel platzierte Kunst und Lichtquellen für viel Stil und Behaglichkeit. Hermann Berger, den wir die Tage drauf am Telefon erwischen, formuliert es als „wunderbare Einladung in einer harmonischen Atmosphäre, das Leben zu feiern und sich wohlzufühlen.“
Die Omm-Oase
Was der sympathische Gastgeber auch sagt: „Ich wollte einen Ort schaffen, der meinem Ideal für Erholung vom Alltag entspricht und in kurzer Zeit Gäste zur Ruhe kommen lässt.“ Das ist ihm – und seiner Frau Carmen – eindeutig gelungen.

Man fragt sich zuweilen, warum die Belegung der Unterkunft auf vier Personen begrenzt ist. Der Platz zum Essen, Sitzen und Sich-Aufhalten würde jedenfalls locker für eine größere Gästezahl reichen, nicht aber zum Schlafen. Gut, bei (kleineren) Kindern würden die Bergers sicher ein Auge zudrücken und Möglichkeiten schaffen, Erwachsene aber würden schlicht keine weiteren Betten vorfinden.

Stichwort Betten. Im oberen Stockwerk – der sich ebenfalls leider ausschließlich per Aufzug und nicht über ein Treppe erreichen lässt, was immer ein bisschen ein Hotelgefühl aufkommen lässt und einen fast dazu verleitet, einen kleinen Tagesrucksack zu packen, bevor man die Schlafraum-Etage verlässt – befinden sich zwei riesige, sehr schöne Zimmer. Mit freistehender Füßchenwanne, dezenten Sesseln, viel Platz und einem großzügigen Balkon, aber eben „nur“ mit jeweils einem Doppelbett.

„Haus Rosa“ ist ideal …
… für zwei befreundete Paare, alle Arten von vertrauten Freunde- und Familienkonstellationen, insbesondere für Familien mit größeren Kindern und vielleicht deren Partner sowie Celebritys, die hier vor Paparazzi sicher sein können (wobei sie auf die Anreise mit dem Heli verzichten müssen, weil es dafür bislang keine Erlaubnis gab, was bodenständigere Naturen wiederum durchaus als Pluspunkt verbuchen).

So einladend und top ausgestattet die Küche auch ist: Kochen muss man nicht selbst. Das übernimmt auf Wunsch ein Koch aus der Umgebung, der dann direkt im Haus ein hervorragendes Dinner kreiert. Oder man wählt eines von Sternekoch Klemens Gold. Für diesen Lieferservice der besonderen Art muss man einfach Bescheid geben – oder man schwingt dann eben doch eigenhändig die Kochlöffel. Oder grillt am XXL-Grill, während im Hintergrund ein Feuer im Außenkamin brennt.

Und es gibt wenig Schöneres, als nach einer Wanderung in der Umgebung (etwa zum Badesee Landl, zur kleinen Gansergrotte oder in einem der beiden Nationalparks) ins private Refugium zurückzukommen, sich ausgiebig zu erfrischen und dann die bereits gelieferten im Kühlschrank wartenden Grill-Leckereien eigenhändig auf den Rost zu legen und diese dann mit Blick auf die im Sonnenuntergang rosa leuchtenden Berge gegenüber zu verspeisen …

Lust auf weitere besondere Chalet-Entdeckungen? Wie wäre es mit „Onkl Xonna“ im Großarltal, dem „PURESLeben“ in der Südsteiermark, dem „Aeon“ auf dem Südtiroler Ritten oder der „Fuchsegg Eco Lodge“ im Bregenzerwald?
Fotos: © Christian Haas, Team FalkenHaas
Haus Rosa
INFOS
Mooslandl 173, A-8921 Landl im Gesäuse,
fourelements-world.com/hideaway-haus-rosa
Event-Tipp Tavolata
Obwohl das Kulinarik-Festival Tavolata 2026 erst zum fünften Mal stattfindet, schickt es sich an, der neue Star der etwa eine Stunde vom „Haus Rosa“ entfernten historischen Stadt Steyr zu werden. Was vor allem an dem außergewöhnlichen Konzept liegt, das in dieser Art kaum ein zweites Mal existiert und das der 35-jährige Sternekoch Klemens Gold so erklärt: „Im Mittelpunkt stehen heimische Produzenten und Köche der Region, die überall kochen dürfen, nur nicht in Restaurants und Wirtshäusern. Man ‚isst‘ also mittendrin, im Terroir der Kalkalpen.“

Auch Klemens Gold agiert nicht im gewohnten Umfeld seines auf avantgardistischer Naturküche basierenden Vier-Hauben-Restaurants „Rau“, sondern kredenzt unter anderem ein „Wildnis-Menü aus und in der Natur“. Ohne Strom und nur mit Feuer wird hier der Wald selbst zur Speisekarte gemacht. Außerdem ist Gold Patronat des „Wein mal eins am Floß“, bei dem edelste Tropfen auf dem Wasser verköstigt werden, sowie Chefkoch der Finalveranstaltung am 27. Juli.

Beim „Veggie-Fine-Dining“ bilden die Räumlichkeiten der Duftmanufaktur Traumduft in Ternberg eine außergewöhnliche Kulisse für ein Fünf-Gänge-Menü, Backstage-Besichtigung inklusive. Außergewöhnlich ist auch das Event zwei Wichen vorher. Am moosverwachsenen Leopold-von-Buch-Denkmal im Pechgraben bei Großraming – mit seinen geheimnisvollen Granitblöcken einer der magischsten Orte der Region – entsteht ein japanisches Waldrestaurant mit bunten Lampions. Die aus Tokio stammende und in Berlin lebende Gastköchin Risa Nagahama serviert dort einen sechsgängigen Bento-Lunch.

Zu den weiteren Locations zählen die Steyrtal-Museumsbahn, die als älteste mit Dampf betriebene 760-mm-Schmalspurbahn Österreichs gilt, sowie der Leopoldibrunnen, an dem der zweite lokale Spitzenkoch Max Rahofer das Tavolata-Festival im April eröffnete.
Mehr über Steyr und die Tavolata erfährst du bei unserem ausführlichen Bericht.
