Das Hotel Hochschober liegt auf knapp 1.800 Meter Höhe in den Kärntner Bergen. Es bietet seinen Gästen echte „Sommerfrische“, einen Pool im See, einen original türkischen Hamam und eine rote China-Pagode. Wie sich das anfühlt, riecht und schmeckt und zu wem das passt, verrät euch unsere Bewertung
Turracher Höhe klingt nach einem abgelegenen und verschlafenen Hochtal in den Alpen. De facto ist es mit 3.000 Gästebetten bei 50 ständigen Einwohnern ein touristischer Hotspot, aber ein klimatisch kühler.

Deshalb zieht es Generationen von Wienern hier hoch, die zur Sommerfrische der feuchten Hitze der Pannonischen Tiefebene entfliehen wollen. Das funktioniert auch noch im Hitzesommer 2026. Statt 40 Grad wie in Wien hat es hier oben „nur“ 26 bis 30 Grad. Auch während unseres Kurzurlaubs im Hotel Hochschober Anfang Juli 2026.
Wo liegt das Hotel Hochschober?
Das Hotel Hochschober liegt direkt am Turracher See auf der Turracher Höhe in Kärnten, Österreich, auf 1.763 Metern Seehöhe. Und damit nahe der Grenze zwischen Kärnten und der Steiermark. Es ist rund 290 Kilometer von München und Wien entfernt.

Welche Kategorie hat das Hotel?
Offiziell ist das Hotel Hochschober ein 4-Sterne-Superior-Hotel. Das Wellness- und Genusshotel bezeichnet sich als „eines der bekanntesten Wellnesshotels Österreichs“.

Wie ist der Stil des Hotel Hochschober?
Von außen betrachtet wird klar, dass das Hotel Hochschober Anbau um Anbau, Erweiterung um Erweiterung gewachsen ist. Die Fassaden spiegeln diese Phasen klar wider. Auch im Inneren leben die frühen 1990er einträchtig neben den 2000ern und 2010ern.
Dem aktuellen Zeitgeist huldigen die im Frühjahr 2026 eröffnete, geschwungene See-Sauna und die lichtdurchflutete Waldvilla mit Gym und Yogaraum.

Mitunter erscheinen uns am ersten Tag die Wege etwas verschlungen, etwa wenn es vorbei an Espressobar sowie Käse- und Wursttheke zur Kindervilla und ins Gym geht.

Welche Zimmerkategorien gibt es?
Die Bandbreite im Hotel Hochschober reicht vom Klassikzimmer (ab 210 Euro pro Person) über Komfort- und Superior-Zimmer bis zu familientauglichen Suiten mit zwei getrennten Zimmern.
Wir hatten beim Besuch eine der Maisonette-Suiten. Sie erstrecken sich, verbunden über eine steile Treppe, über zwei Etagen: Zwei abschließbare Zimmern mit eigenen Bädern und WCs sowie Balkon und Terrasse mit Zugang zur Liegewiese am Turracher See. Die Kosten starten mit Verpflegung bei 255 Euro pro Person.
Wie ist die Verpflegung im Hotel Hochschober?
Die Verwöhnpension umfasst ein üppiges Frühstücksbuffet, mittags eine große Auswahl an Rohkost und Salaten, zwei Suppen und zwei Tagesgerichten. Abends wird ein Fünf-Gänge-Menü serviert. Die Weinkarte ist sehr vielseitig.

Die Gerichte des Dinnermenüs sind (abgesehen von den Sushi mit zu saurem Reis) durch die Bank gut. Wir hatten unter anderem geschmorte Kalbsbackerl mit Malzbiersaft und Tofu-Filet Colbert mit Mangold.
Karin Leeb: „Rund 60 Prozent aller Lebensmittel, knapp die Hälfte davon Bio-zertifiziert, beziehen wir aus Kärnten und den benachbarten Bundesländern.“

Sehr begeistert waren wir von der Möglichkeit, zum Frühstück guten Barista-Espresso und Barista-Cappuccino zu bekommen. Auch die Auswahl an offenen Tees war exzellent.
Gibt es auch Vegetarisches und Veganes?
Es gibt neben den klassischen Menüs mit Fleisch und Fisch sehr gute vegetarische und vegane Optionen. Das Hochschober hat schon 2013, und damit als eines der ersten Hotels Österreichs, vegane und glutenfreie Gerichte auf der Basis von regionalen und saisonalen Zutaten eingeführt.

Bemerkenswert ist, dass das Hotel Hochschober im Jahr 2026 erstmals Lehrlinge zur Fachkraft für vegetarische Kulinarik ausbildet. Die Motivation ist laut Hotelchefin Karin Leeb, so einen Beitrag fürs Klima und fürs Tierwohl zu leisten: „Die Lehrlinge lernen, wie vielfältig und anspruchsvoll pflanzenbasierte Küche sein kann, ohne auf hochverarbeitete Produkte zurückzugreifen.“
Wie ist der Wellnessbereich?

Das Kristall-Spa umfasst großzügige 6.000 Quadratmeter. Im kommenden Jahr bekommt die See-Sauna einen Anbau mit begrüntem Dach: „Dort gibt es weitere Ruheräume, eine 35 Quadratmeter große Panorama-Sauna speziell für jene Gäste, die gern ohne Events und Aufgüsse saunieren. Ein 25 Quadratmeter großer, überdachter Nacktbade-Pool ergänzt das Ganze. Und wir errichten drei Chalets hinter der Waldvilla Richtung Straße“, erzählt Karin Leeb, die Gastgeberin, bei unserem Gespräch.

Was bietet das Hotel Hochschober an Wellness?
Das Menü des Kristall-Spa umfasst Dutzende Behandlungen, darunter auch Exoten wie Ayurveda, Thai-Massage, Schröpfen und Tuina-TCM-Ganzkörpermassage.

Dazu kommt der ziemlich authentische, von türkischen Facharchitekten entworfene Hamam innerhalb des Kristall-Spa. Er geht auf Karin Leebs Eltern zurück, die nicht nur extrem engagierte und innovative Hoteliers waren, sondern „auch immer, wenn es ging, mit uns Kindern durch die Welt reisten und nach Inspirationen suchten.“

Reisen vor allem durch die Türkei, aber auch durch den Libanon und Syrien mündeten in der Idee, die arabische Badekultur in die Kärntner Berge zu bringen.

Wie schwimmt es sich im Pool im See?
Der ganzjährig beheizte Pool im Turracher See pendelt zwischen 28 und 30 Grad Wassertemperatur. Das ist mir fürs Schwimmen längerer Strecken deutlich zu warm. Zum Glück muss ich mich nur einmal über die Abgrenzung schwingen. Dann kann ich im selbst während des Hochsommers 18 Grad kühlen Turracher See meine Bahnen ziehen.

Das Wasser im See-Pool ist trüb und algengrün, riecht ein wenig moorig, das muss man mögen. Eine Challenge für Gäste mit Thalassophobie. Der Turracher See ist übrigens über 30 Meter tief und friert im Winter verlässlich zu, teilweise ist das Eis dann bis zu einen Meter dick.

Was bietet das Hotel Hochschober für Saunafreunde?
Die Arena-Sauna ist eine schöne, 70 Quadratmeter große See-Sauna mit hohen Panoramascheiben und Platz für bis zu 50 Schwitzwillige. Bei den vielen Event-Aufgüssen geht es recht wild und lustig zu. Viele Gäste haben an den lebhaften Aufgüssen erkennbar Spaß.

Für uns ist das ein wenig zu viel Halligalli. Wir genießen die Stille und Ruhe vor den Aufgüssen enorm. So wird der Saunagang mit Seeblick zur kontemplativen Übung. Zu bestimmten Zeiten sitzen wir allein in der riesigen Sauna.
Alternativ gibt es noch eine kleine, etwas patinierte Seesauna und eine Biosauna. Und die Dampfbäder im Hamam.
Zur Abkühlung hat man die Wahl zwischen einem Nacktbad im See, dem Eisbrunnen und dem eiskalten Tauchbad, das dem Immunsystem den effektivsten Push verpasst und das uns am besten gefallen hat.
Die übliche Handtuchorgie fällt beim „Hochschober“ aus, anders käme es sicher nicht auf den tollen CO2-Fußabdruck. Es sind also nicht überall Stapel von frischen Tüchern griffbereit, was im Grunde genommen auch nicht nötig ist.

Welche Sport- und Aktivoptionen bieten sich an?
Kurze Wanderungen führen etwa auf dem Drei-Seen-Weg durch einen von Österreichs größten zusammenhängenden Zirbenwäldern zum smaragdfarbenen Grünsee und weiter bis zur „Karlhütte“ mit tollem Ausblick auf die Kärntner Berge.
Wem das zu kurz ist, der nimmt lange und schwere Touren wie die 19 Kilometer lange Tour von der Turracher Höhe auf den Falkert mit 822 Höhenmetern im Aufstieg oder auf den Königsstuhl mit 1.080 Höhenmeter im Aufstieg und 16 Kilometer Länge in Angriff.
Für Mountainbiker gibt es seit Juni 2026 die neue Trail Area mit dem sechs Kilometer langen Kornock Flowtrail von der Bergstation ins Tal mit vielen Kurven, Wellen und Jumps. Weitere Trails wie Schmuggler, Zirben oder Almrush warten auf fortgeschrittene Fahrer.
Außerdem bietet sich im Sommer natürlich Schwimmen im See, Kajakfahren und Stand-up-Paddling an. Außerdem gibt es attraktive Familienprogramme wie Kinder-Yoga.

Wer gern Gewichte stemmt, auf den wartet ein heller, freundlicher Fitness- und Gymbereich. Bei unserem Probetraining an den hochwertigen Technogym-Geräten hinter raumhohen Scheiben blieb kein Wunsch offen. PS: Auf Wunsch gibt es auch Personal Training.
Was sind die Highlights des Hotel Hochschober?
Die vierstöckige, rote Pagode aka Chinaturm, der orientalische Hamam und das beheizte See-Bad zählen zu den Alleinstellungsmerkmalen. Da wäre auch noch die Hotelbibliothek „Wortreich“ mit rund 4.000 Büchern. Sowie die Möglichkeit für alle Gäste, die Intervallfasten betreiben, ein besonders frühes Abendessen einzunehmen.

Was ist im Zimmerpreis alles inklusive?
Überwältigendes Frühstücksbuffet mit À-la-carte-Angebot, Mittagsbuffet mit klassischer und veganer Suppe sowie einem warmen Gericht, ebenfalls klassisch und vegan. Abendmenü, Nutzung des Wellnessbereichs, Gym, Yogakurse, Tee im Chinaturm.
Groß ist das Leistungspaket für Familien: tägliche Betreuung in der Kindervilla durch ausgebildete Kleinkindpädagogen, dazu Babyphone, Babywippen und Babybadewannen, Wasserkocher, Rückentragen, Buggys, Wickeltisch fürs Zimmer, Flaschenwärmer.
In der Kindervilla gibt es unter anderem ein Bällebad, Puppen-, Kuschel- und Bausteinecken. Im gesicherten Außenbereich warten Kletterwand, Slackline und im Baumdorf Rutsche, Hänge- und Netzbrücken, Kletterseile und Leitern.
Im Jugendclub gibt es Tischfußball, Billard, einen Dart-Automat, Großbild-TV und Computerplätze sowie in den Ferienzeiten ein betreutes Abendprogramm.
Wann sind Check-in und Check-out?
Bei der Anreise stehen die Zimmer ab 15 Uhr zur Verfügung. Wer früher ankommt, genießt (mit Voranmeldung) schon vor Bezug des Zimmers die Wellnesslandschaft und bekommt dafür von der Rezeption eine Badetasche mit Bademänteln und Badetüchern.
Ganz toll ist das Angebot für eine späte Abreise, das gerade kurze Wochenendaufenthalte gefühlt extrem verlängert. Nach dem Checkout bis 11 Uhr darf man nicht nur Gym, Hamam, Kristall-Spa und Sauna bis zum Abend nutzen, sondern sich auch noch von 12.30 bis 15 Uhr am Lunch-Büffet stärken.
Für wen ist das Hochschober geeignet?
Familien mit kleinen Kindern ★★★★★Familien mit Teens ★★★★★
Mehrgenerationen-Urlaub ★★★★★
Paare mit Hund ★★★★☆
Paare ohne Kind ★★★☆☆
Alleinreisende ★★★☆☆
Ernährungsbewusste ★★★★☆
Unser Fazit zum Hotel Hochschober
Besonders geeignet ist das Hotel Hochschober für Familien mit kleinen Kindern und Teenagern, aber auch für Mehrgenerationen-Urlauber, die laut Hotelleitung „oft seit Generationen immer wieder ins Hotel kommen.“
Warum? Die Angebote werden sowohl dem hohen Erholungsanspruch von Eltern gerecht als auch dem Bedürfnis der Kinder nach Unterhaltung und Fun rund um die Uhr. Für Kinder unter 16 ist der Zugang zum Wellnessbereich und zur Sauna nicht erlaubt, das sorgt für Ruhe.
Gäste, die viel Wellness mit moderaten Aktivitäten in den Bergen verbinden möchten, sind auch bestens aufgehoben. Wer sehr viel Wert auf instagrammables Design fürs Envy Baiting legt, wird enttäuscht sein.
Paare ohne Kinder finden viele schöne Angebote für Fitness, Entspannung, Genuss und Rückzug zu zweit, vor allem viel Wellness sowie gutes Wine and Dine.
Das Hotel Hochschober ist zudem dezidiert hundefreundlich, was Hundebesitzer freut, aber Allergiker vorher unbedingt wissen müssen.
Auch vegan lebende, Yoga liebende Alleinreisende, die ab und an etwas gleichgesinnte Gesellschaft schätzen, sind hier genau richtig, versichert die Hotelleitung. Und der Augenschein bestätigt dies.

Wie steht es mit dem Thema Umwelt?
Dank erneuerbarer Energie aus Biomasse und Photovoltaik liegt das Hotel mit dem Betrieb von Zimmern, Küchen, Wellnessbereichen, Pools und allen weiteren Verbrauchsquellen mit 4,85 Kilogramm CO₂ pro Nächtigung 50 Prozent unter dem Durchschnittswert von Bio-Hotels. Konventionell betriebene, neuere Hotels mit umfangreichem Spa- und Wellnessangebot sowie Pools kommen auf Werte von 25 bis 40 Kilo CO₂ pro Nächtigung.

Karin Leeb betont bei unserem Gespräch auf die Frage nach der Essenz des „Hochschober“: „Man muss das alles im Bedürfnis-Dreieck denken: Gäste, Team und Umwelt.“ Das müsse passen.

Rückblick: Die Geschichte des Hotel Hochschober
1929 gründen Hans und Hilde Leeb auf der elterlichen Sommerweide im Hochgebirge einen Gasthof mit 30 Betten. Anfangs gibt es dort weder Elektrizität noch Straßen. Das Gasthaus hat aber schon Warmwasser und Zentralheizung.
Nach einem verheerenden Großbrand eröffnet im Dezember 1936 das neue Hochschober mit 65 Betten. Dann übernehmen Karins Eltern, Barbara und Peter Leeb das Haus. 1967 kommen Sauna und Hallenbad hinzu. 1995 sorgt das weltweit erste beheizbare Seebad für Furore, drei Jahre später macht der erste Hamam der Alpen Schlagzeilen.
2003 übernimmt die nächste Generation mit Karin Leeb und ihrem Mann Martin Klein. Sie erben auch die Idee der reiseverrückten Eltern, einen originalen Chinesischen Turm zu errichten. Dieser wird zwei Jahre später eröffnet.
Karin Leebs drei Brüder haben mit Hotellerie nichts am Hut, erzählt sie: „Einer ist Professor für Mathematik, einer lebt als Grafikdesigner in den USA und der dritte, Thomas, ist ein weltbekannter Fingerpicking-Gitarrist. Er gibt hier jedes Jahr mehrtägige Fingerstyle Boot Camps.“
Auf einen Blick
| Kriterium | Details | Eignung / Wert |
|---|---|---|
| Ort | Turracher Höhe, Kärnten | ★★★★★ |
| Sommerfrische-Faktor | 1.763 Meter über N.N. | ★★★★★ |
| Kategorie | 4-Sterne-Superior | ★★★★+ |
| Familientauglichkeit | Tägliche Betreuung, Kindervilla | 95 / 100 |
| Umweltfreundlichkeit | 4,85 kg CO₂ pro Nächtigung | 90 / 100 |
| Zimmerpreis | Inkl. Verwöhnpension | Ab 210 € p.P. |
| Besonderheiten | Seebad, Hamam, Chinaturm | ★★★★★ |
| Unser Besuch | Kurzurlaub | 4. bis 6. Juli 2026 |
Weitere Infos, aktuelle Preise und Angebote auf der Website des Hotel Hochschober
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