Am Dorfplatz von Burgeis steht das traditionsreiche Hotel „Weisses Kreuz“. Und vis-à-vis ein Architektur- Schmuckstück aus dem 13. und 16. Jahrhundert, der „Ansitz zum Löwen“
Recht weit hinten im schönen Südtiroler Vinschgau liegt am Oberlauf der Etsch und nahe des Reschensees der liebenswerte 850-Einwohner-Ort Burgeis, überragt vom Kloster Marienberg mit seinen bedeutenden Fresken. Nur wenige Fahrminuten entfernt warten Waalwege auf Wanderer und das Schloss Churburg bei Schluderns auf Geschichtsinteressierte.
Verwinkelt ist Burgeis, bäuerlich geprägt und mit eigener Käserei. Mittendrin thront das Hotel „Weisses Kreuz“ mit Baukörpern aus verschiedenen Epochen und seit 1871 im Besitz der Familie Theiner. Dort können wir den minimalistischen Anbau mit Panoramasuiten empfehlen, von denen der Blick auf Kloster, Berge und die Poolterrasse reicht. Doch der historische „Ansitz zum Löwen“ auf der anderen Seite des Dorfplatzes hat es uns beim Besuch besonders angetan …
Was macht den „Ansitz zum Löwen“ so besonders?
Die ebenso kreative wie behutsame Metamorphose zweier bis zu 800 Jahre alter, denkmalgeschützter Gebäude mit hypermodernem Annex. Familie Theiner hat zusammen mit den Architekten Elke Ladurner und Stefan Marx aus Schlanders eine Design-Preziose geschaffen. Lang standen die zwei Häuser leer, bis 2011 die aufwendigen Restaurierungsarbeiten begannen.
Das gotische Pfisterhaus und den Renaissancebaudes späteren Löwenwirts aus dem 16.Jahrhundert, der Händlern aus Venedig als Warenlager gedient hatte, verbindet ein massiver Sichtbetonblock rund um den Aufzugschacht. Ein ebenso brachialer wie gelungener Kontrast zum Kreuzgewölbe, alten Täfelungen, Böden und kunstvollen Holzdecken.
Der Betonblock steht losgelöst im Bau, hält respektvoll Abstand zur alten Hauswand. Die Bäder der historischen Suiten sind mit Martelltaler Granit, Sarner Porphyr oder tiefschwarzem Marmor ausgekleidet. Im Erdgeschoss hat links vom gewölbten Mittelgang das Tourismusbüro seinen Sitz, gegenüber die kleine „Dorf-Bar“. Vor der kann man vortrefflich bei einem Glas Wein sitzen, in die Sonne blinzeln und dem Treiben rund um den Sankt-Michael-Brunnen zusehen.
So schläft und wohnt man
Wer sich in den Suiten Fontauna, Pfistersuite oder Clavá einbucht (letztere in der 800 Jahre alten, gotischen Stube, das Bad in der rußschwarzen früheren Rauchkuchl), wohnt in knarzigem, schief getäfeltem und unvergleichlich gemütlichem Ambiente. Mächtige Dielen, kunstvolle Kassettendecken, alte Wandvertäfelungen – dahinter und darunter versteckt sich modernste Technik. Die Arunda-Panoramasuiten im neuen Holzanbau des „Weisses Kreuz“ bilden das Kontrastprogramm und bieten auf 42 Quadratmetern reduzierten Schick mit viel Holz, große Balkone und Duschen.
Weisses Kreuz: Geschmacksachen
Dass man in Südtirol gut isst, ist kein Geheimnis. Was das Team des Küchenchefs Marc Bernhart, des Lebenspartners von Hotelchefin Mara Theiner, aus der Pfanne zaubert, bestätigt dieses Positivklischee. Die Küche ist nicht bodenständig, bewahrt aber die Bodenhaftung.
Die Bandbreite reicht weit über Schlutzkrapfen und Südtiroler Klassiker wie selbst geräucherten Speck hinaus. Auch Currys, Wagyu aus eigener Zucht und Adlerfisch sind zu finden. Gäste mit Halbpension dürfen sich auf liebevolle Küche freuen, zu der man sich am besten aus der Weinkarte vom kundigen, freundlichen Personal die passenden Tropfen empfehlen lässt.
Sauna, Pool und Spa
Im Erdgeschoss des „Weisses Kreuz“ wartet ein stilvoller Wellnessbereich mit Dampfbad, Zirben-Bio-Sauna (60 Grad), Finnischer Sauna, heißem Outdoor-Whirlpool, Innen-/Außenpool. Dazu: Spa-Angebot von Maniküre über Schröpfen bis Honigmassage.
Fotos ©Weisses Kreuz/Daniel Zangerl
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HOTEL WEISSES KREUZ
INFO WEISSES KREUZ/ANSITZ ZUM LÖWEN
Sieben Tage Halbpension in der „Ansitz“-Suite Clavá als Last-minute-Package ab 1.800 Euro, eine Nacht in der Arunda-Panoramasuite mit Halbpension für zwei Personen ab 300 Euro.
weisseskreuz.it