Die „Kaiserlodge“ in Scheffau lockt mit großen, stilvollen Suiten. Seit Mitte 2025 gibt es für Sportliche und Wellness-Fans ein neues Spa in XL. Die markante Kulisse bilden die Bergzüge des Wilden Kaisers. Hier ist unsere Hotelbewertung
Die Gipfel, die hinter Scheffau scharfzahnig und zerklüftet am strahlend blauen Winterhimmel nagen, tragen Namen wie Scheffauer, Treffauer und Sonnenstein. Sonnenbeschienen sind deren Kalkfelswände, vom ersten Schnee des Jahres ist nicht mehr viel übrig.
Der Anblick der Berge ist auch so wunderschön. Und am schönsten ist er aus dem 25 Meter langen Pool des Mitte 2025 eröffneten Natürlich.Spa im Garten der „Kaiserlodge“. Doch dazu später mehr …

Sport und Wellness in der Kaiserlodge
Das neue Spa ist – anders als das bestehende, 700 Quadratmeter große Rooftop-Spa mit Pool und Sauna – nur für Erwachsene zugänglich, auf Neudeutsch adults-only.
Kräuter-Bio-Sauna, Finnische Sauna, Dampfbad und Sole-Dampfbad sowie das ausgesprochen große Gym sind für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren tabu, was die 17-jährige Tochter mit entspanntem Lächeln quittiert.

Dank adults-only geht es im neuen Spa-Haus ausgesprochen ruhig zu. Im Ruheraum ist es flüsterleise, vom einen oder anderen saunamüden Schnarchen abgesehen. Dazu gesellt sich ab und an das Schlurfen von Badeschlappen.
Ansonsten ist es ruhig, wunderbar ruhig. Keine Zwangsberieselung mit 0815-Spa Ambience Sound ständig ins Handy brüllende Mitmenschen.

Treibende Beats sind nur in der „Kraftschmiede“ zu hören. Da gehören sie auch hin. Das helle, 500 Quadratmeter große Gym haben meine Tochter und ich an diesem Samstagvormittag für uns, was für ein Luxus!
Die „Kraftschmiede“ ist bestens ausgestattet mit Geräten von Life Fitness und Cardiogeräten wie Cross-Trainer, Spinnig Bike, Air Bike, Ergometer, Stairmaster Stepper. Dazu kommen viele Dumbbells sowie Lang- und Kurzhanteln.
Anschließend werden die müde trainierten Muskeln in der Finnischen Sauna (mit Aufgussautomatik!), im Dampfbad und im gar nicht so kalten Tauchbad regeneriert.

Der Pool? Cool und perfekt temperiert
Unvergleichlich schön ist es, morgens um sieben in den für Längerschwimmer optimal temperierten, weil nicht zu warmen Pool zu steigen. Durch dichte Dampfschwaden schwimmend begrüßen wir den Sonnenaufgang. Bahn für Bahn. Schön im Flow.

Ab und an ein Blick über die Poolkante zum Schafstall und rüber zu den Ski-Bergen, die ein schönes Sonnenaufgangs-Rouge tragen. Nach 650 meditativen Metern schmeckt das Frühstück doppelt gut.
Wem das zu frühaufsteherisch ist: Man kann auch in die Nacht hineinschwimmen, der Pool hat bis 21 Uhr geöffnet, das Gym „Kraftschmiede“ ist sogar 24/7 geöffnet.
Für Yogafreunde gibt es einen großen, hellen Raum und unter der Woche auch wechselnde Kurse wie Yin Yoga, Aerial Yoga oder das kraftvolle Power Vinyasa Flow.

Gelebtes Motto: Am Berg. Am See
In der warmen Jahreszeit lockt der ausgedehnte Badesee der „Kaiserlodge“. Die Gäste der doppelstöckigen Seesuiten genießen direkten Zugang zum Wasser. Wem das Gewässer zu klein oder zu flach ist, der radelt zum vier Kilometer entfernten Hintersteiner See.
Dieses kristallklare, über 35 Meter tiefe Prachtstück mitten im Naturschutzgebiet Wilder Kaiser hat ein schönes Strandbad. Erreichbar ist der See von Ende Mai bis Mitte Oktober auch bequem mit dem „Wanderbus“ ab dem Dorfzentrum Scheffau, das Auto kann in der Tiefgarage bleiben.

Wie schmeckt’s in der Kaiserlodge?
Beim Essen schwimmt die „Kaiserlodge“ bewusst gegen den Strom. Kein AIl inclusive, keine Dreiviertel-Pension, keine Halbpension Plus oder Ähnliches. Jeder ordert, bekommt und zahlt, was er will. Das „Kaisers Deli“ beglückt mit einem vielfältigen, hochqualitativen Frühstücksbüffet und von 12 bis 20.30 Uhr mit durchgehend warmer Küche à la carte.

Wer auf All-inclusive partout nicht verzichten kann, kann sich als Gast der „Kaiserlodge“ fürs ausgiebige AI-Essen und -Trinken im angeschlossenen Schwesterhotel „Kaiser“ einbuchen.
Zurück zum „Kaisers Deli“: An den von uns bestellten Gerichten wie Lachsforelle mit Zitronenrisotto und Thaispargel (28 Euro), Zwiebelrostbraten mit Bohnenbündchen (30 Euro), Hähnchen Curry (26 Euro) oder der Quinoa Bowl mit Hühnerstreifen (17 Euro) sowie am Kaiserschmarrn mit Vanilleeis und Apfelmus und den großen Salaten gibt es nichts zu mäkeln. Alle Gerichte schmecken sehr gut, sind gekonnt angerichtet und werden charmant serviert.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis? Stimmt. Anders als in dem am Anreisemittag besuchten „Jägerwirt“ oberhalb von Scheffau. Dort scheint man allen Gerichten einen saftigen Bergdoktor- und „Tina Turner was here“-Aufschlag verpasst zu haben.

Was macht die Kaiserlodge zur Lodge?
Was die „Kaiserlodge“ zur Lodge mache, will ich von Barbara Winkler wissen. Die omnipräsente Gastgeberin der „Kaiserlodge“ hat zuvor viele Jahre das „Kaiser“ gemanagt. Sie erzählt, wie sie 2015 die „Kaiserlodge“ konzipiert hat, die nach 12,5 Monaten Bauzeit im Herbst 2017 eröffnet wurde. Und das Lodge-Konzept skizziert sie so: „Viel Holz und Stein, Panoramafester, großzügige Lobby als zentraler Treffpunkt, ein wenig wie in den großen Guest Lodges Kanadas. Die Lodge soll unsere Gäste berühren und erden.“

Das Konzept kommt gut an, bei „Mädelsgruppen und Pärchen, Familien und Mehr-Generationen-Reisenden, wo Opa und Oma mit Kindern und Enkeln kommen“. Die „Kaiserlodge“ hat an rund 315 Tagen im Jahr geöffnet, „das Stammteam umfasst etwas über 100 Mitarbeiter, davon ist ein Drittel einheimisch.“

Privacy? Liefert man aufs Zimmer
Der Fokus auf die „Freiheit“ der Gäste, wie es Barbara Winkler formuliert, die die „Kaiserlodge“ mit ihrem Sohn Michael Landlinger-Weilbold und dessen Partnerin Evelyn Adelsberger leitet, bringt auch interessante Optionen im Bereich Privatheit mit sich.
Wer besonderen Wert auf Privacy legt, kann in der Suite essen, ohne einkaufen oder kochen zu müssen. Viele Gäste, so Barbara Winkler, lassen sich vom Kochservice „Kaisers Bote“ vorbereitete Topf-Gerichte wie Käsespätzle mit Salat, Lasagne mit Salat, Rindsgulasch mit Semmelknödel, Spinatknödel mit Käsesoße (12 bis 16 Euro pro Person) auf die Suite bringen, wo sie im Handumdrehen fertiggekocht werden. Eilige oder Spätanreisende wissen auch die Erstbefüllung des Kühlschranks zu schätzen.

SPA-Genuss ohne Zimmer? Geht!
Privacy geht auch bei Wellness und Sport: Für 100 Euro kann man die Alpencabana buchen, einen privaten Ruheraum über dem Pool.
Pfiffig ist diese Idee: Wer nicht in der „Kaiserlodge“ residiert, kann sich als externer Gast nach dem Tag in den Bergen oder auf der Piste vier Stunden im Spa einbuchen, von 17 bis 21 Uhr für 45 Euro. Auch eine Option für alle, die nicht schon um 10 Uhr die Heimreise antreten, sondern nochmals etwas entspannen wollen.

So wohnt man: Suiten der Kaiserlodge
Die „Kaiserlodge“ umfasst 44 Suiten und Apartments, ein Drittel mit direktem Zugang zum Naturbadesee. Unsere „Natursuite Wilder Kaiser“ mit der Nummer 620 bietet enorm viel Platz, mit zwei großen Schlafzimmern (plus Extraraum mit zwei weiteren Schlafmöglichkeiten), zwei Badezimmern, großem Wohnraum mit Kitchenette auf 90 Quadratmetern und einer riesigen Sonnenterrasse.

Kurz ins Grübeln bringt uns der große TV-Screen. Dem kann man von der Couch aus nur mit um 90 Grad gedrehten Kopf folgen. Das wird auf die Dauer hart für die Halswirbelsäule. Aber geschenkt: der Blick durch die Panoramafenster ist ohnehin schöner. Zudem ist die Zeit zu wertvoll, um vor der Glotze abzuhängen. Dann doch lieber nochmals ins Gym, in den Pool, in der Sauna – oder an die coole Bar.

„Lou, ist die Kaiserlodge was für Teenager?“
- Ich habe ja, was Hotels angeht, schon einiges gesehen – aber glaubt mir, trotz vieler Stunden Vorbereitung auf eine anstehende Klausur habe ich selten ein Hotel so entspannt verlassen. Die „Kaiserlodge“ in Scheffau bietet alles, was man sich als Jugendlicher nur wünschen kann.
- Schon beim Betreten der großen Lobby steht man mit offenem Mund da: Hier kann man sich wohl fühlen. Das viele Holz und die warmen Farben harmonieren perfekt.
- Aber was macht, abgesehen von der vortrefflichen Architektur und Innenausstattung, die „Kaiserlodge“ so perfekt für Teenager? Ich verrate es euch. Die Suiten sind sehr groß: zwei Bäder, zwei Schlafzimmer (jedes mit eigenem Fernseher) und ein großer Wohnbereich mit Küchenzeile und Sofa. Sollte man mehr Zeit verbringen, kann man sich auch mal ,,aus dem Weg gehen” und ,,Alone-Time” tanken.
- Mein persönliches Highlight ist der prächtige Spa-Bereich: Kuschelige Liegen, entspannende Musik, zwei Dampfbäder, zwei Saunen, Infrarotliegen und ein langer Pool für die Wasserratten. Der ,,Natürlich. Spa”- Bereich ist erst ab 16, was das Publikum angenehm macht und eine entschleunigende Wirkung hat. Ganz anders der Fitnessraum. Vielleicht möchstest du dich am Morgen erst einmal richtig auspowern und dann entspannt auf deine Infrarotliege sinken. Alles 24/7 möglich, wie der Spa ist der Fitnessraum erst ab 16 Jahren zugänglich.
- Wunderbar ist auch das Panorama: Egal, wo man hinschaut, überall lächeln einen Bergspitzen des Wilden Kaisers und der Kitzbühler Alpen an. Wir konnten vom Pool den Skifahrern auf der Piste zusehen – und den süßen Schwarznasenschafen.
- Als letzter Punkt fällt mir das Essen ein, das einfach vorzüglich ist. Ob beim Abendessen oder Frühstücksbuffet, es ist für jeden was dabei.
Info Kaiserlodge
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